Haruko Maeda - Der Wein ist schon reif in der Schale

Die aus Japan stammende Malerin Haruko Maeda hat in Tokio und Linz Kunst studiert und lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Wien. In ihren in altmeisterlicher Technik gemalten Bildern nimmt sie formal und inhaltlich auf Werke der Renaissance und des Barock Bezug. Ihre komplexen Gemälde und Objekte stellen Verbindungen zwischen autobiographischen, unterschiedlichen kulturell-religiösen und aktuellen gesellschaftlichen Aspekten her. In der Ausstellung treten Objekte aus den Sammlungen des museumkrems mit Werken der Künstlerin in Dialog.

 

In Haruko Maedas Arbeiten spielt das Vanitas Motiv eine wichtige Rolle. So finden sich immer wieder unterschiedliche Symbole der Vergänglichkeit in ihren Bildern und Objekten. Ganz in diesem Sinne nutzt sie für ihre Werke auch organische Materialien wie Knochen, die jedoch weniger für Todessehnsucht, sondern viel mehr für Stärke und Ewigkeit stehen. Dem memento mori Gedanken wird Haruko Maeda auf unterschiedlichen Ebenen gerecht. So spielen auch Ironie und feiner Humor eine wichtige Rolle, wenn die Künstlerin im „Selbstporträt mit Katze und Oma im Glas“ eben mit der Asche der eigenen Großmutter posiert. Schrecken und Schönheit manifestieren sich gleichzeitig in kleinen Skulpturen ausgestopfter Tiere, die auf die Faszination der Künstlerin für den barocken Reliquienkult schließen lassen. In großformatigen Bildern wie jenen der Serie Neverland verhandelt die Künstlerin zeitlose, existenzielle Themen wie Leben und Tod als komplexe und vielschichtige Transformationsprozesse vor dem Hintergrund einer immer differenzierteren Gesellschaft. Die an Bosch oder Bruegel erinnernden Bildwelten wirken im ersten Moment unübersichtlich und verwirrend, zwischen all dem horror vacui entpuppen sie sich jedoch als präzise Bestandsaufnahmen unserer Gegenwart. Für die Ausstellung in Krems hat sich die Künstlerin in den Sammlungen des museumkrems umgesehen und assoziativ Objekte und Gemälde ausgewählt, die sie ihren eigenen Werken gegenüberstellt.

 

Haruko Maeda wurde in Japan geboren. Von 2002 bis 2004 studierte sie bildende Kunst an der Nihon-Universität in Tokio. 2005 bis 2012 studierte sie Malerei an der Kunstuniversität Linz bei Ursula Hübner. Sie lebt und arbeitet in Wien und Linz.

Eröffnung

Eröffnung am 26. März 2022 um 11 Uhr.

Ausstellungsraum

museumkrems - Moderne Galerie im 1. Stock

Veranstalter

Veranstalter:    museumkrems
Kuratoren:         Sabine Laz, Gregor Kremser