Ein Brand in einem Klinikum stellt Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen: Viele Patient:innen können das Gebäude im Ernstfall nicht selbstständig verlassen, die Gebäudestruktur ist komplex und gleichzeitig muss der laufende Betrieb bestmöglich geschützt werden. Genau dieses Zusammenspiel stand im Mittelpunkt der groß angelegten Feuerwehrübung der „Alarmstufe B3“ im Universitätsklinikum Krems. Angenommen wurde dabei ein Brand im Hauptgebäude. Aufgrund der Größe und Komplexität des Areals sowie der besonderen Anforderungen eines Krankenhauses wurde ein umfangreiches Einsatzkonzept vorbereitet. Dabei wurden die eintreffenden Feuerwehren gezielt unterschiedlichen Einsatzbereichen zugeteilt.
Bei einem Brandereignis im Universitätsklinikum Krems sind neben der Betriebsfeuerwehr des Klinikums auch weitere Feuerwehren aus der Region vorgesehen. Bei größeren Einsatzlagen wird dadurch rasch eine schlagkräftige Einsatzorganisation aufgebaut. Während sich die rund um die Uhr hauptberuflich besetzte Betriebsfeuerwehr zunächst insbesondere auf die Brandbekämpfung und die Menschenrettung konzentriert, übernehmen die nachrückenden Feuerwehren unter anderem die Aufgaben im Außenbereich, die Wasserversorgung, die Unterstützung des Innenbereichs sowie die Bereitstellung weiterer Atemschutztrupps.
Auch der Einsatz der beiden Drehleitern wurde in die Übung eingebunden. Dadurch konnten unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten zum Gebäude beübt werden. Eine besondere Herausforderung stellte dabei die Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung dar. Dafür wurde Wasser aus dem angrenzenden Kremsfluss entnommen und über eine Zubringleitung zu den Löschfahrzeugen im Einsatzbereich befördert. Gerade in einem Krankenhaus ist es entscheidend, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Die örtlichen Gegebenheiten, die große Anzahl an Patientinnen und Patienten und die Größe des Gebäudes erfordern eine klare Aufgabenverteilung und ein abgestimmtes Vorgehen aller Einsatzkräfte“, erklärt Betriebsfeuerwehrkommandant Wilhelm Bogner.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Übungsszenarios war die Versorgung von Betroffenen: Dazu wurde in der Eingangshalle des Hauptgebäudes eine Triage eingerichtet, bei der das Klinikpersonal die Sichtung der Patient:innen -allesamt Statist:innen - durchführte. Das Rote Kreuz beübte ebenfalls die Einsatzlage und koordinierte den anschließenden Abtransport in umliegende Gebäude.
Bereits unmittelbar nach der Übung erfolgten erste Besprechungen mit den beteiligten Einheiten vor Ort. Eine detaillierte Nachbesprechung und Aufarbeitung gemeinsam mit den Übungsüberwachenden erfolgt in der kommenden Woche. Dabei werden Erkenntnisse und Verbesserungspotenziale für zukünftige Einsätze und Übungen herausgearbeitet.
An der Übung nahmen, neben der Betriebsfeuerwehr des Universitätsklinikums Krems, mehrere Feuerwehren aus der Region teil, darunter die Feuerwehr Krems mit allen Feuerwachen sowie die Feuerwehren Rohrendorf, Langenlois, Mautern und Herzogenburg-Stadt. "Die groß angelegte Übung zeigte einmal mehr: Bei komplexen Einsatzlagen ist nicht nur die einzelne Feuerwehr gefragt – entscheidend ist das reibungslose Zusammenspiel aller Einsatzkräfte. Denn wenn im Klinikum tatsächlich ein Alarm losgeht, bleibt keine Zeit, Abläufe erst zu erproben. Genau deshalb sind regelmäßige Übungen ein wesentlicher Bestandteil professioneller Einsatzvorbereitung“ betont die ärztliche Direktorin des Universitätsklinikums Krems, Andrea Zauner-Dungl.