Wie würden Sie sich selbst jemandem vorstellen, der Sie noch überhaupt nicht kennt?
Maria Dorn: Als vielseitig und grundsätzlich sehr neugierig. Außerdem stelle ich mich gerne neuen Herausforderungen und ich bin sehr positiv, lösungsorientiert und krisenfest.
Was hat Sie an der Aufgabe in Krems besonders gereizt?
Krems ist eine wahnsinnig offene, kreative und mutige Stadt. Ich glaube, ich kann mich hier mit meinen Ideen gut einbringen.
Was macht für Sie eine gute Musikschule aus?
Wenn sehr kreativ und vielfältig gearbeitet und auf hohem Niveau musiziert wird. Die Kinder sollen in ihren Fähigkeiten gefördert und gefordert werden. Ich wünsche mir, dass sie gerne kommen und sich wohlfühlen, um in einem geschützten Rahmen gut miteinander musizieren zu können.
Gibt es Bereiche, die Sie weiterentwickeln möchten?
Mein Vorgänger Hubert Pöll hat die Musikschule wirklich gut aufgestellt. Ich möchte sie noch stärker in Richtung Kunstfächer öffnen, indem wir zum Beispiel die Tanzklassen ausbauen oder wieder Schauspielunterricht anbieten.
Sie sind nach einem Unfall zum Leistungssport gekommen und haben es im Rudern bis zu den Paralympics geschafft. Was bedeutet Ihnen
diese Erfahrung?
Es war eine Erfahrung, bei der mir bis heute die Worte fehlen. Eine außergewöhnliche Welt, die ich nie vergessen werde. Die Herangehensweise im Sport ist für mich übrigens ähnlich wie in der Musik – je mehr man übt, desto besser wird man. Es geht darum, die Technik zu trainieren, was gerade am Anfang durchaus mühsam sein kann.
Wie schafft man es, dass dabei die Freude nicht verloren geht?
Indem man Kleinigkeiten findet, für die man brennt, und dann den Fokus darauf legt. Wie zum Beispiel, den perfekten Ton zu treffen. Und dann Zwischenschritte definiert, die immer wieder Erfolge beweisen.
Wenn Sie Ihre Musikschule den Menschen in nur einem Satz schmackhaft machen dürften – wie würde dieser Satz lauten?
„Eine Melodie im Kopf, ein Instrument in der Hand und die ganze Welt der Musik breitet sich vor dir aus … Sie möchten das auch erleben? Das Team der Musikschule freut sich über Ihren Mut, Neues zu probieren – kommen Sie gerne vorbei!“
Zur Person:
Maria Dorn, 47, stammt aus dem Bezirk Melk. Künstlerische Ausbildung an den Konservatorien in Wien. Seit 1999 als Pädagogin für Block- und Querflöte an mehreren Musikschulen in Niederösterreich tätig. Derzeit absolviert sie berufsbegleitend das Masterstudium „Psychosoziale Beratung“ an der Universität für Weiterbildung Krems.
Erfolge im Leistungssport: 11. Platz im Team bei den Paralympics in Rio de Janeiro 2016 sowie Vize-Europameisterin auf dem Ruderergometer und mehrfache österreichische Meisterin im Rudern und Indoor Rowing.