„Die Dominikanerkirche ist eine echte Perle mitten in unserer Stadt. Gemeinsam mit dem gesamten Dominikanerkomplex bietet sie enormes Potenzial für Kunst und Kultur. Dieses besondere historische Ensemble wollen wir behutsam weiterentwickeln und gleichzeitig mit neuem Leben erfüllen. Der Freundeskreis soll uns dabei unterstützen, Menschen für dieses Projekt zu begeistern und diese Perle in der Altstadt weit über Krems hinaus sichtbar zu machen“, betont Bürgermeister Peter Molnar.
Seit mehr als 700 Jahren prägen die Dominikanerkirche und das Dominikanerkloster das Bild der Kremser Altstadt. In dem historischen Ensemble sind heute unter anderem das museumkrems, die galeriekrems, die Stadtbücherei, das Stadtarchiv, das Kulturamt und die städtischen Sammlungen beheimatet. Die Dominikanerkirche selbst ist ein bedeutender Ausstellungs- und Veranstaltungsraum.
Beim ersten Treffen gab Doris Denk, Bereichsleiterin für Bildung, Kultur und Tourismus am Magistrat Krems, einen Überblick über die Geschichte des Dominikanerkomplexes und seine mögliche Zukunft. Mit dem Bau von Kirche und Kloster wurde ab 1240 begonnen, 1786 erfolgte die Säkularisierung. Bereits 1891 wurde an diesem Standort das Stadtmuseum eingerichtet. Über die Jahrhunderte wurde das Ensemble immer wieder verändert und für unterschiedlichste Zwecke genutzt.
Eine Machbarkeitsstudie zeigt Möglichkeiten auf, den denkmalgeschützten Komplex zu einem modernen, ganzjährig nutzbaren Kulturzentrum weiterzuentwickeln. Vorgesehen sind unter anderem eine zeitgemäße Heizungs- und Lüftungstechnik, eine bessere barrierefreie Erschließung, Garderoben- und Cateringbereiche, die Adaptierung des Innenhofs sowie ein neuer Kunst- und Kulturkeller. „Kirche und Kloster sind Weltklasse-Architektur. Wir sind uns der Verantwortung sehr bewusst, dieses über 700 Jahre alte Juwel mitten in der Stadt gut zu bewahren. Bewahren bedeutet für uns aber auch, dieses Bauwerk weiterzuentwickeln und zeitgemäß zu nutzen“, betont Doris Denk. Der derzeitige Kostenrahmen liegt bei rund sechs Millionen Euro. Für die Umsetzung des Projekts sollen entsprechende Fördermittel eingeworben werden.
Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber erläutert die Idee hinter dem Freundeskreis: „Wir möchten Menschen zusammenbringen, die die große Chance dieses Projekts für Krems erkennen und bereit sind, sich mit ihren Ideen, ihren Netzwerken und ihrer Begeisterung einzubringen. Der Freundeskreis soll das Kulturzentrum begleiten und als starke Stimme und Multiplikator nach außen wirken.“ Zum ersten Treffen wurden rund 20 Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen. Bei der Auswahl wurde auf eine ausgewogene Beteiligung von Frauen und Männern sowie auf verschiedene Generationen geachtet.
Kulturamtsleiter Gregor Kremser führte die Teilnehmer:innen durch den Dominikanerkomplex und gab ihnen Einblicke in dessen wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte. Nach der Säkularisierung wurde der historische Bau unter anderem als Lagerraum, Feuerwehrdepot sowie für Theater- und Kinovorführungen genutzt. Zum Abschluss stellte Petra Suchy den Entwurf der Statuten sowie die Ziele des geplanten Fördervereins vor. Der Verein soll Projekte und Vorhaben des Kulturzentrums ideell und finanziell unterstützen, Menschen für das Projekt vernetzen und durch eigene Aktivitäten zu dessen Bekanntheit beitragen. Die künftigen Mitglieder sollen dabei insbesondere als Botschafter und Multiplikatoren für das Kulturzentrum wirken.
Das erste Treffen der Proponent:innen markierte den Auftakt für die geplante Vereinsgründung.