Die Stadt Krems ist bereits seit 2011 Klima- und Energiemodellregion (KEM) und gehört damit zu den Vorreitern dieses Programms. Es folgte im Jahr 2016 das Stadtentwicklungskonzept krems2030 „Ich bin die Stadt, die Zukunft macht“ und seit kurzem ist Krems auch Teil des österreichweiten Netzwerkes der „Pionierstädte“ im Klimaschutz. Im neu gegründeten städtischen Klimabüro werden von einem dreiköpfigen Team nun sämtliche Energie- und Klimathemen der Stadt gebündelt. Das Klimabüro fungiert auch als zentrale Anlaufstelle für Verwaltung, Politik und Bevölkerung. Mit dem Beitritt zum e5-Programm unterstreicht die Stadt nun ihren Anspruch, eine aktive und gestaltende Rolle in der Energiewende einzunehmen und die Lebensqualität ihrer Bevölkerung langfristig zu sichern. „Es handelt sich dabei um ein anerkanntes Qualitätsmanagementsystem mit Zertifizierung. Ausgehend vom Vorarlberger Energieinstitut hat sich das e5-Programm schon in ganz Österreich verankert und bietet den teilnehmenden Städten und Gemeinden ein wertvolles Partner- und Expert:innennetzwerk an“, führt Baudirektor Reinhard M. Weitzer aus.
Maßnahmen werden gebündelt
Die Stadt Krems verfolgt ein klares langfristiges Ziel: Bis 2040 soll Klimaneutralität in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen der Stadt erreicht werden. Gleichzeitig wird auf eine kontinuierliche Einbindung der Bevölkerung gesetzt. „Mit dem Klimaneutralitätsfahrplan und dem Klimabüro werden jetzt alle Maßnahmen, die in Krems im Bereich Klimaschutz umgesetzt werden, gebündelt. Damit wird unter anderem auch die Zielerreichung des Gemeinderatsbeschlusses zur ‚Energieautarkie bis 2030‘ unterstützt“, betont Bürgermeister Peter Molnar.
Bisherige Maßnahmen
In Krems wurden in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen zur Klimaanpassung umgesetzt. So hat die Stadt ein umfassendes Entsiegelungskonzept beschlossen, das die Begrünung und Entsiegelung von Plätzen, die Umsetzung von Grätzlprojekten sowie die Unterstützung der Klimabaum-Initiative umfasst. Im Rahmen dieses Konzepts wird jährlich eine Fläche entsiegelt, die dem Ausmaß von mindestens 100 Stellplätzen entspricht. Dadurch kann Niederschlagswasser verstärkt direkt vor Ort versickern und gespeichert werden. So entsteht ein wichtiger Beitrag zur Kühlung der Innenstadt und der Wasserabfluss innerhalb der Stadt wird minimiert. Ein weiterer Fokus liegt auf dem konsequenten Ausbau erneuerbarer Energieträger wie Biomasse und Photovoltaik. Die Stadt betreibt eine eigene kommunale Energiegemeinschaft und unterstützt die „Energiegemeinschaft Göttweigblick“, die größte Energiegemeinschaft am Umspannwerk Krems, mit rund 900 Teilnehmer:innen. Zudem wird der Fuß- und Radverkehr gezielt weiterentwickelt. Der Ausbau breiter Geh- und Radwege sowie die Schaffung von Begegnungszonen, in denen alle Verkehrsteilnehmer:innen Rücksicht aufeinander nehmen, tragen zu einer deutlich besseren Lebens- und Aufenthaltsqualität im gesamten Stadtgebiet bei. Das gilt auch für große Infrastrukturprojekte.
Gebäudebestand ausbauen und sanieren
Die vielfältigen Maßnahmen zum Klimaschutz werden aber nicht als Selbstzweck umgesetzt. „Gerade die Hitzewelle Ende Juni hat gezeigt, dass die Menschen, die den Klimaschutz nicht ernst nehmen, sich und die Gesellschaft belügen und die nächsten Generationen um ihre Lebenschancen betrügen“, meint Bürgermeister Peter Molnar und ergänzt, dass „die vielfältigen Initiativen in Krems oft nur als Tropfen auf dem heißen Stein gelten, aber in ihrer Gesamtheit die Lebensqualität von Bürger:innen und Besucher:innen verbessern – sei es durch weniger Emissionen, Lärm, Hitzeinseln oder Auswirkungen von Extremwetterereignissen wie Hitze, Trockenheit oder Überschwemmungen.“ Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Herkunftsländern verringert werden. Durch den verstärkten Einsatz von selbst erzeugtem Sonnenstrom werden zudem die Energiekosten des Magistrats laufend gesenkt. Klimafitter Neubau und gezielte Sanierungen tragen darüber hinaus dazu bei, den städtischen Gebäudebestand langfristig wertsicher und zukunftsfähig zu erhalten.