Leben

Krems gedenkt der „Massaker von Stein“

Am 6. und 15. April 1945 ereigneten sich in der Strafanstalt Stein und in der Umgebung die größten Massaker, die zu Kriegsende stattgefunden haben. Mehr als 400 Menschen wurden damals ermordet. Die Stadt gedenkt jährlich der Gräueltaten von damals. Wegen der Pandemie findet dieses Gedenken heuer virtuell statt

Massaker Stein Gedenkrede des Kremser Bürgermeister

 

Am 6. April 1945 hatte der Direktor der Strafanstalt Stein wegen des nahenden Kriegsendes die Häftlinge entlassen. Doch für einen Teil der Aufseher war dies unhaltbar. Die Entlassung wurde als Häftlingsrevolte denunziert. SS, SA und Wehrmachten ermordeten in der Folge 386 Häftlinge – in der Anstalt und danach in der Umgebung. Unter den Wachebeamten gab es sowohl Täter als auch Opfer. Der Direktor der Anstalt gehörte zu den Opfern. Die NS-Vernichtungswut fand am 15. April ihre Fortsetzung: 44 Widerstandskämpfer, die zum Tode verurteilt waren, aber in Wien nicht hingerichtet werden konnten, wurden nach ihrem Fußweg nach Stein in der Strafanstalt hingerichtet.

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