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Eine Kindertanzgruppe des Trachten- und Heimatvereins Krems-Stein eröffnete gemeinsam mit Pfarrer Franz Richter, dem Leiter des neuen Pfarrverbandes Krems, das Fest. Richter erinnerte an Franz von Assisi, der die Zuwendung zu armen Menschen und die Achtung vor der Schöpfung in den Mittelpunkt seines Lebens stellte.
Ein wesentlicher Bestandteil des Festes war die Tiersegnung durch Franz Richter. Viele Menschen jeden Alters kamen mit ihren tierischen Begleitern auf den Minoritenplatz. Neben Hunden und Katzen war sogar eine Schildkröte dabei sowie ein Nilpferd und ein Pinguin usw. – diese allerdings aus Stoff. Die unterschiedlichen Reaktionen der Tiere sorgten für heitere Momente und zauberten den Gästen so manches Lächeln ins Gesicht. Die Segnung knüpfte an die besondere Verbundenheit des heiligen Franziskus mit allen Lebewesen an und machte seine Botschaft auf liebevolle Weise erlebbar.
Dass Hilfe im Sinne des heiligen Franziskus auch heute ganz konkret wirkt, erläuterte Stadtrat Helmut Mayer, der Vizebürgermeisterin und Sozialreferentin Eva Hollerer vertrat. Das Sozialkonto der Stadt ermögliche rasche und unbürokratische Unterstützung für Menschen in Krisensituation – etwa wenn eine Waschmaschine kaputtgeht oder das Geld für einen Schulausflug fehlt. „Es geht immer nur darum, kurzfristig zu helfen, damit man dann wieder in die Bahnen kommt“, erklärte Mayer. Die Hilfe erfolge vertraulich und werde durch Beratung der Mitarbeiter:innen des Sozialamtes ergänzt. Während 2025 insgesamt 19.000 Euro aufgewendet wurden, waren es 2026 bis dato bereits 20.000 Euro.
Auch der Veranstaltungsort schlug eine Brücke zu Franziskus: Die Anfänge des Minoritenklosters in Stein werden traditionell auf 1224 und damit noch in seine Lebenszeit datiert. Die Minoritenkirche zählt zu den ältesten Bettelordenskirchen nördlich der Alpen. Bei einer besonderen Führung mit Bauforscher Peter Aichinger-Rosenberger konnten die Gäste die wechselvolle Geschichte von Kirche und Kloster entdecken. Anhand von Gewölben, Mauerwerk und baulichen Veränderungen machte er die Entwicklung des historischen Ensembles anschaulich.
Diakon Klaus Killer berichtete über die Arbeit der Pfarrcaritas, die Menschen in unterschiedlichen Notlagen unterstützt. Lebensmittelgutscheine und gezielte Hilfe bei offenen Miet- oder Energiekosten können akute Schwierigkeiten lindern. Zugleich stehen den wachsenden Anfragen begrenzte Mittel gegenüber. „Mitunter gibt es die eine oder andere Spende, die uns dann immer auch hilft, weiter zu helfen“, sagte Killer.
Zum Spendenerlös trugen auch die Kinder bei: Jungscharkinder hatten Bilder rund um Franziskus gestaltet, die beim Fest zum Verkauf angeboten wurden. Selbstgemachte, italienisch inspirierte Speisen, Spiele und Aufführungen des Trachten- und Heimatvereins ergänzten das abwechslungsreiche Programm und boten Jung und Alt Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das Fest machte zugleich das neue Miteinander der Kremser Pfarren sichtbar. Seit 1. September 2026 gehen Krems St. Veit, Krems St. Paul, Stein und Egelsee sowie die Filialkirchen Rehberg und Gneixendorf unter der Leitung von Franz Richter gemeinsam den Weg zur Errichtung eines Pfarrverbandes. Das Franziskusfest bot dafür einen stimmungsvollen Auftakt – getragen vom Engagement vieler Mitwirkender und dem gemeinsamen Anliegen, Menschen in Not zu helfen.