Wenn das Elektroauto zum Stromspeicher wird, verändert das den Blick auf unsere Mobilität grundlegend. Genau hier setzt V2G an – „Vehicle-to-Grid“, also „Fahrzeug-zu-Netz“. Dahinter steckt eine Technik, bei der ein Elektroauto nicht nur Strom aus dem Netz bezieht, sondern bei Bedarf auch wieder abgeben kann. So wird das Fahrzeug zum mobilen Speicher, der – richtig eingesetzt – auch das Energiesystem unterstützen kann. „Die Energiewirtschaft wird sich in drei, vier Jahren komplett ändern“, ist Bürgermeister Peter Molnar überzeugt. „Wenn die Stromspeicher von Haus und Auto miteinander kommunizieren können, dreht sich auch das Blackout-Szenario komplett um“, betont der Stadtchef weiter. Gemeinsam mit der Kremser Bezirksstelle der Wirtschaftskammer lud die KEM Krems daher zu einem Thementag, um der Öffentlichkeit einen Einblick in die neue Technologie zu geben.
Sprung von der Forschung in die Praxis
Am Vormittag informierten sich zunächst 45 Vertreter:innen aus der Wirtschaft in der Kremser Bezirksstelle der Wirtschaftskammer über aktuelle Entwicklungen, marktreife Produkte und Erkenntnisse aus Forschungsprojekten. Dabei wurde deutlich, dass V2G zunehmend den Sprung von der Forschung in die Praxis schafft und insbesondere für Unternehmensflotten künftig eine wichtige Rolle spielen kann. „Meines Erachtens haben wir einen guten Bogen gespannt von den aktuellen technischen Möglichkeiten zum gesetzlich Erlaubten und damit Perspektiven geschaffen. Gerade das Interesse an der Diskussion und der rege Austauschbedarf nach dem Input zeigt, dass es ein gelungenes Event war. Sehr positiv wurde empfunden, dass man E-Nutzfahrzeuge und das bidirektionale Laden in der Praxis erleben konnte“, so Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Holger Lang-Zmeck.
Großes Interesse auch bei Privatpersonen
Am Nachmittag richtete sich das Angebot gezielt an Privatpersonen. In verständlicher Form erklärten Expert: innen am Täglichen Markt zahlreichen Interessierten die Funktionsweise und das Potenzial der neuen Technologie. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie das Elektroauto als Speicher im privaten Haushalt eingesetzt werden kann und welche Fahrzeuge dafür geeignet sind. Auch die Frage, ob das bidirektionale Laden Auswirkungen auf Fahrzeuggarantie oder die Lebensdauer der Batterie hat, beschäftigte einige Besucher:innen. „Ich finde es sehr erfreulich, dass sich etliche Menschen für dieses Thema begeistern konnten! Es ist spannend zu sehen, was technisch schon möglich ist und welchen persönlichen Nutzen das bringen kann. Besonders interessant ist der Gedanke, ein E-Auto nicht nur als Kostenfaktor, sondern auch als potenzielle Einnahmequelle zu betrachten“, bilanziert KEM-Managerin und Veranstaltungsorganisatorin Stefanie Widhalm. Bei einem Glücksrad gab es nachhaltige Goodies wie Pflanzen-Anzuchtsets oder Stofftaschen zu gewinnen. Für die Jüngsten wurde ein Kinderschminken angeboten.