Die Stadt Krems lädt jährlich angehende Maturant:innen dazu ein, sich im Rahmen ihrer abschließenden Arbeiten oder Diplomarbeiten mit Themen der Kremser Zeitgeschichte auseinanderzusetzen. Die eingereichten Arbeiten können sich mit Entwicklungen vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die jüngere Vergangenheit beschäftigen. Eine fachkundige Jury, bestehend aus Kulturamtsleiter Gregor Kremser, Historiker Robert Streibel und der Vorsitzenden des Kremser Kulturbeirats, Elisabeth Vavra, beurteilt die Einreichungen nach ihrer inhaltlichen und methodischen Qualität sowie nach ihrem Bezug zur Stadt Krems.
Spuren jüdischen Lebens in Krems
Johanna Maria Holzmayer vom Mary Ward Privat-Oberstufenrealgymnasium Krems erhielt für ihre Arbeit „Die Spuren jüdischer Schicksale in Krems“ den mit 150 Euro dotierten Förderpreis. Holzmayer setzte sich darin mit der jüdischen Gemeinde in Krems während der NS-Zeit sowie mit der heutigen Erinnerungskultur auseinander. Sie beschäftigte sich unter anderem mit Propaganda und „Arisierung“ im Nationalsozialismus sowie mit Gedenk- und Kunstprojekten und der Aufarbeitung der Zeitgeschichte in Krems. Die Jury würdigte die Arbeit als kompakten und fundierten Überblick über die jüdische Geschichte der Stadt und den heutigen Umgang mit diesem Erbe.
Hauptpreis für Arbeit über Gneixendorfer Kriegsgefangenenlager
Der Hauptpreis ging an Lea Koppensteiner und Leonie Weillechner von der HLM HLW Krems. Ihre gemeinsame Arbeit „Analyse von historischem Fotomaterial in Zusammenhang mit dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager STALAG XVII B“ wurde mit jeweils 150 Euro ausgezeichnet. Die beiden ehemaligen Schülerinnen beschäftigten sich insbesondere mit belgischen Kriegsgefangenen in Gneixendorf und deren Arbeitseinsatz in Stratzing. Im Mittelpunkt stand die Auswertung historischen Fotomaterials in Verbindung mit Interviews. Die Jury hob vor allem den eigenständigen Zugang zu den Quellen und die Verknüpfung von Bildmaterial und Interviews mit Zeitzeug:innen hervor.
Empfang im Rathaus
Bei einem Empfang im Rathaus gratulierte Bürgermeister Peter Molnar den drei Preisträgerinnen zu ihren ausgezeichneten Arbeiten, überreichte ihnen die Urkunden und wünschte ihnen für ihren weiteren Weg alles Gute. „Es ist ganz wichtig, dass sich junge Menschen mit Zeitgeschichte beschäftigen. Die Ergebnisse dieser Arbeiten kann man für immer bei uns im Archiv nachlesen“, betonte Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber. Den erfolgreichen Nachwuchsforscherinnen gratulierten außerdem die Initiatorin des Förderpreises, Magistrat-Bereichsleiterin Doris Denk, sowie Kulturamtsleiter und Jury-Mitglied Gregor Kremser.