„Es geht um Stärkung statt Bevormundung, um Unterstützung statt Abhängigkeit“, betonte Alexandra Koschier, stellvertretende Obfrau und Moderatorin des Abends. Lilith helfe Frauen dabei, neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken und ihren eigenen Weg zu gehen.
Die Wurzeln der Beratungsstelle reichen zur Frauenplattform Krems zurück, die im März 2000 gegründet wurde. Aus dem Wunsch nach einem Treffpunkt mit Beratung für Frauen entstand 2001 Lilith. Seither hat sich das Angebot kontinuierlich erweitert: Neben psychosozialer Beratung, Rechtsberatung und Psychotherapie unterstützt die Einrichtung bei sozialen, finanziellen und beruflichen Fragen. Seit 2017 bietet das Projekt „Lilith Wohnzimmer“ Notwohnungen für Frauen und ihre Kinder. 2022 kam die Außenstelle in Melk hinzu. In Krems ist Lilith seit 2024 in der Goethestraße 11b zu finden.
Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber, die Vizebürgermeisterin und Sozialreferentin Eva Hollerer vertrat, unterstrich die langjährige Zusammenarbeit: „Die Stadt ist sehr gerne Partner für diese wichtige, umfangreiche Arbeit, die bei Lilith geleistet wird.“ Der Gemeinderat habe die Förderung für das kommende Jahr einstimmig beschlossen. Kreuzhuber würdigte insbesondere Hollerers langjährigen Einsatz für die Frauenberatungsstelle.
Dass aus einer Initiative engagierter Frauen eine verlässliche Anlaufstelle an zwei Standorten geworden ist, fand auch auf Landesebene Anerkennung. Doris Schmidl, Abgeordnete zum niederösterreichischen Landtag, dankte in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den Gründerinnen und dem heutigen Team: „Ich sage heute wirklich Danke für die viele Energie, für die Ausdauer, für das, was Sie geleistet haben.“
Bis heute orientiert sich die Arbeit von Lilith Frauenberatung Krems – Melk an den unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen – bei Trennung, Gewalterfahrungen, beruflichen Veränderungen oder drohender Wohnungslosigkeit. Bundesrätin Amelie Muthsam, die Landesrätin Eva Prischl vertrat, betonte die Bedeutung einer offenen Tür, hinter der Frauen Hilfe finden. Ihr Wunsch sei eine Zukunft, „in der jede Frau selbstbestimmt leben kann“.
Einen besonderen Höhepunkt bildete die Festrede von Mitgründerin und langjähriger Obfrau Margarethe Purkarth über Solidarität, Gleichstellung und die weiterhin notwendige Frauenbewegung. Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner übermittelte eine Online-Grußbotschaft und dankte Lilith für das Engagement und den Beitrag zur Gleichstellung.
Für Geschäftsführerin Marlene Kerschner steht hinter dieser Arbeit vor allem ein engagiertes Team: „Unsere Arbeit ist herausfordernd und erfüllend zugleich. Ohne die Kompetenz und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen wäre sie nicht möglich. Ihnen gilt mein besonderer Dank.“
Die Jubiläumsfeier war damit auch ein Dank an alle, die Lilith Frauenberatung Krems – Melk seit 25 Jahren mittragen – und ein klares Zeichen, Frauen weiterhin zu stärken und neue Perspektiven zu ermöglichen.