Ein starkes Zeichen für mehr Bewusstsein für sogenannte Young Carers – Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die zu Hause Pflege- und Betreuungsaufgaben übernehmen – setzten sieben junge Redner:innen beim Wettbewerb des Kremser Roten Kreuzes. In den Räumen der Bezirksstelle stellten sich fünf Schüler und zwei Schülerinnen aus fünf höheren Schulen der Aufgabe, sich in die Lebensrealität junger pflegender Angehöriger hineinzuversetzen.
Unter dem Motto „Stell dir vor, du wärst ein Young Carer: Wie wäre dein heutiger Tag?“ präsentierten sie eindrucksvoll ihre Gedanken. Mit viel Empathie, Klarheit und Ausdrucksstärke überzeugten sie die Jury und machten sichtbar, was oft im Verborgenen bleibt. Der Bewerb erreichte damit sein Ziel: jungen Pflegenden eine Stimme zu geben. „Eine Welle stärkt die nächste“, brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt – wer über Young Carers spricht, stärkt sie und zeigt, dass ihre Situation benennbar ist.
Zur Siegerehrung begrüßte Organisatorin Gudrun Kalchhauser Bürgermeister Peter Molnar, der feststellte: „Es gibt viele, die im Schatten stehen. Mir ist es wichtig, dass diese gesehen werden.“ Auch Martin Höbarth, Präsident des Kremser Lions-Clubs, zeigte sich bewegt: „Als uns dieses Thema nähergebracht wurde, waren wir sehr berührt.“ Der Club unterstützte die Veranstaltung unter anderem mit einem gemeinsamen Mittagessen für Teilnehmende, Jury und Mitwirkende.
Den ersten Platz erreichte Noah Robineau (HLF Krems) und erhielt 500 Euro, gespendet vom Unfallchirurgen Christoph Dadak. Platz zwei ging an Paul Rauscher (BORG Heinemannstraße), Dritte wurde Viktoria Hartl (BG Piaristen). Weitere Gutscheine regionaler Unternehmen gingen an alle Teilnehmenden.
Der Redewettbewerb wurde für alle Beteiligten zu einem intensiven Erlebnis. „Junge Menschen haben Bereitschaft gezeigt, ein gesellschaftlich relevantes Thema sichtbar zu machen“, so Kalchhauser. Für das Organisationsteam steht bereits fest: „2028 schlagen wir die nächste Welle!“