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Beim neuen Tanklöschfahrzeug handelt es sich um einen „RT“ der Firma Rosenbauer. Dieser zeichnet sich nicht nur durch seinen umweltfreundlichen Antrieb, sondern auch durch sein neuartiges Arbeits- und Mannschaftskonzept aus. Die Sitzreihen im Mannschaftsbereich sind nicht mehr klassisch hintereinander, sondern im rechten Winkel zur Fahrtrichtung angeordnet, wodurch die Kommunikation wesentlich verbessert wurde. „Dass sich mit dem neuen ‚RT‘ unsere Schlagkraft erhöht, hatten wir erwartet. Dass sich diese aber derart erhöht, hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen“, freut sich der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Krems, Gerhard Urschler. Nach 200 Einsätzen, die der „Tank 10“ im Probebetrieb bereits absolviert hat, zieht Urschler eine zufrieden Bilanz. „Im Zusammenspiel mit unserer eigenen PV-Anlage ist der ‚Tank 10‘ auch bei länger andauernden Stromausfällen einsetzbar, während Feuerwehrautos mit einem Verbrennermotor möglicherweise zum Stillstand kommen, weil es an den Zapfsäulen keinen Treibstoff mehr gibt“, ergänzte der Kommandant-Stellvertreter Andreas Herndler.
Anlässlich der Segnung des „Tank 10“ durfte die Kremser Feuerwehr unter anderem Bundesverkehrsminister Peter Hanke, Finanzlandesrat Anton Kasser, Landtagsabgeordneten Josef Edlinger soewie den Kremser Bürgermeister Peter Molnar, Vizebürgermeister Florian Kamleitner, die Stadträte Günter Herz, Helmut Mayer, Bernadette Laister und Martin Sedelmaier begrüßen. Unter den Ehrengästen befanden sich außerdem der niederösterreichische Militärkommandant Georg Härtinger, der Ausbildungsleiter des Feuerwehr- und Sicherheitszentrum Tulln, Thomas Docekal, und der stellvertretende Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Berner. Die Segnung selbst nahmen gleich drei Geistliche vor: der Kremser Stadtpfarrer Franz Richter, der evangelische Feuerwehrkurat Jörg Kreil und aus Polen Josef Jasiurkowski. Als Paten für den „Tank 10“ konnten mit Baumeisterin Elisabeth Schubrig und Gastronom Harald Schindlegger zwei langjährige Unterstützer der Feuerwehr Krems gewonnen werden.
Verkehrsminister Hanke lobte den Mut der Kremser Feuerwehr, mit der Anschaffung des neuen Tanklöschfahrzeuges eine Vorreiterrolle einzunehmen. „Hier gehen Sicherheit und Umweltschutz mit moderner Technologie Hand in Hand. Dieses Projekt ist ein Türöffner dafür, dass wir mit E-Autos, E-Nutzfahrzeugen und E-Löschfahrzeugen gemeinsam in die Zukunft gehen.“ Hanke zeigte sich überzeugt, dass es in den kommenden 20 Jahren noch einmal zu einem Technologiesprung kommen werde, und er nannte als Ziel, „dass bis 2040 alle Feuerwehrautos elektrisch betrieben werden.“
Finanzlandesrat Anton Kasser unterstrich die Bedeutung des Ehrenamtes und die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr. Der Gesundheitsbereich, wo es in den kommenden Jahren zu Schwerpunktbildungen kommen werde, sei mit dem Feuerwehrwesen nicht vergleichbar: „Im Ernstfall bedeuten viele kleine Einheiten auch viele helfende Hände“, so Kasser. Der Kremser Bürgermeister Peter Molnar lobte den “Korpsgeist” der Freiwilligen Feuerwehr Krems, die mit mehr als 500 Mitgliedern die größte Freiwillige Feuerwehr Österreichs und darüber hinaus die älteste Feuerwehr Niederösterreichs ist. Der „Tank 10“ runde das Energiekonzept der Stadt ab, „die sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2030 energieautark zu sein“, so Molnar.
Die Freiwillige Feuerwehr Krems investierte 1,6 Millionen Euro in das neue vollelektrische Einsatzfahrzeug. Der Bund unterstützte das Projekt mit 800.000 Euro. Weitere 500.000 Euro steuerte die Stadt Krems bei und 200.000 Euro das Land Niederösterreich. Stellvertretend wurde Verkehrsminister Peter Hanke mit der Florianiplakette der Feuerwehr Krems in Gold ausgezeichnet. Benedict Adrian, Florentin Baumgartner, Christoph Ettenauer und Alexander Mestl erhielten das Kremser Feuerwehrverdienstzeichen in Bronze. Thomas Wechtl wurde mit dem Ehrenzeichen für 25-jährige verdienstvolle Tätigkeit auf dem Gebiete des Feuerwehr- und Rettungswesens ausgezeichnet. Patrick Leopold erhielt die Verdienstmedaille des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes 3. Klasse in Bronze, Martin Braun das Verdienstzeichen des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes 3. Klasse in Bronze und Günther Gruber die Verdienstmedaille des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes 1. Klasse in Gold. An Fahnenmutter Angelika Schmidt wurde als Dankeschön eine Feuerwehrjacke samt eigens angefertigten Dienstgraden übergeben.
Der Fuhrpark der Feuerwehr Krems umfasst etwa 30 Fahrzeuge, darunter elf Hilfeleistungsfahrzeuge, drei Wechselladefahrzeuge und eine Drehleiter. Das neue Löschfahrzeug „Tank 10“ verfügt über zwei Batterien (jeweils 66 kWh) und ein Energy Backup System am Dach. Dabei handelt es sich um einen 306 PS starken Dieselmotor, der sicherstellt, dass das Fahrzeug vier Stunden unter Volllast autonom betrieben werden kann. Für den Einsatz in einer Stadt wie Krems ist der „RT“ aufgrund seiner Wendigkeit bestens geeignet.