Ein besonderer Gast des Treffens im Kremser Rathaus war der künftige ärztliche Leiter der neuen Klinik, Uche Sunday Mbamara. Er war für eine Woche vor Ort, um hier gemeinsam mit dem Projektteam zentrale Fragen zur Fertigstellung und Inbetriebnahme des Spitals zu klären. Wie bei dem Treffen deutlich wurde, schreitet der Spitalsbau in Afrika planmäßig voran: Der Rohbau ist bereits fertiggestellt und der Innenausbau abgeschlossen. Im ersten Halbjahr 2026 folgen die Einrichtung sowie die Stromversorgung mittels Generator und Photovoltaik. Im Sommer werden gebrauchte medizinische Geräte aus den Beständen der NÖ Landeskliniken geliefert. Die Inbetriebnahme der neuen Klinik ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Medizinische Versorgung für rund 60.000 Menschen
Das „Chioma Austrian Hospital“ entsteht im Südosten Nigerias in einer Region, in der rund 60.000 Menschen bislang keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die nächsten Spitäler sind 30 bis 50 Kilometer entfernt und aufgrund schlechter Infrastruktur kaum erreichbar. Besonders dramatisch ist die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit. Das geplante Krankenhaus umfasst im Erdgeschoß Diagnostik, ambulante Behandlung sowie einen OP- und Geburtshilfebereich. Im Obergeschoß entstehen rund 40 Betten für stationäre Patient:innen.
Persönliches Schicksal führte zu internationaler Hilfsinitiative
Initiiert wurde das Projekt von Pater Paulinus Kelechi Anyanwu, einem Priester aus Umuakagu, der einige Jahre in der Kremser Pfarre tätig war. Nachdem seine Schwester Chioma vor rund 12 Jahren an einer harmlosen Infektionserkrankung aufgrund fehlender medizinischer Betreuung verstarb, begann Paulinus mit seiner Familie und einem lokalen Architekten an einem Krankenhausprojekt zu arbeiten. 2020 wurde der Verein Chioma Austrian Hospital von Pater Paulinus, dem langjährigen Kremser Bürgermeister Reinhard Resch, dem früheren ärztlichen Leiter des Universitätsklinikum Krems, Heinz Jünger, sowie Günther Schwaiger gegründet, mit dem Ziel, das Krankenhaus in Umuakagu zu errichten und zu finanzieren.
Breite Unterstützung aus Krems
Das Projekt wird maßgeblich durch Spenden, ehrenamtliches Engagement und Kooperationen getragen. So unterstützten alle vier Kremser Service Clubs (Lions, Kiwanis, Rotarier und Soroptimisten) das Projekt mit großzügigen Spenden. Der Rotary Club Krems-Wachau beispielsweise konnte bereits etliche tausend Euro für Ausstattung und zuletzt für die Photovoltaikanlage bereitstellen. Auch die Stadt Krems leistet einen Beitrag: Sie stellt nicht nur die Räumlichkeiten für die regelmäßigen Arbeitstreffen des Vereins zur Verfügung, sondern leistete immer wieder auch finanzielle Unterstützung durch Spenden. Zuletzt überreichte Bürgermeister Peter Molnar dem Verein eine Spende über 2.000 Euro.
Bürgermeister Peter Molnar würdigt Engagement
„Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie stark internationale Solidarität direkt aus der Kremser Bevölkerung heraus wirken kann. Das Engagement aller Beteiligten ist außergewöhnlich. In Kürze wird das Chioma Austrian Hospital tausenden Menschen erstmals Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglichen und damit Leben retten. Darauf können wir in Krems sehr stolz sein“, würdigt Stadtchef Peter Molnar den Einsatz des Vereins sowie aller Unterstützer:innen. Mit dem erfolgreichen Fortschritt des Projekts rückt die Vision näher, dass die Bevölkerung von Umuakagu noch heuer 2026 Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung erhält.