Ab Montag, 18. Mai, voraussichtlich 7 Uhr, ist die Donaubrücke Stein-Mautern für den motorisierten Individualverkehr nur noch eingeschränkt nutzbar. Grundlage dafür sind sicherheitstechnische Untersuchungen des Landes Niederösterreich, bei denen Schäden an Bauteilen der mittlerweile 130 Jahre alten Donauquerung festgestellt wurden. Ziel der nun vom Land beschlossenen Maßnahmen ist es, eine Totalsperre zu verhindern und gleichzeitig die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer:innen zu gewährleisten. Die Brücke bleibt weiterhin nutzbar für Fahrräder, Fußgänger:innen, Mopeds, Einsatzfahrzeuge, Leichtkraftfahrzeuge und Krankenfahrstühle sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge bis fünf Tonnen Gesamtgewicht. Der mehrspurige Verkehr wird damit auf das notwendige Minimum reduziert. Motorräder sind aufgrund der zu erwartenden Frequenz und ihrer höheren Geschwindigkeit ebenfalls vom Fahrverbot umfasst. Künftig wird die Donaubrücke nur noch einstreifig in beide Richtungen befahrbar sein. Für Pkw, Lkw und Motorräder gilt eine Umleitung über die St. Pöltner Brücke (B37), entsprechende Hinweisschilder wurden heute aufgestellt.
„Sicherheit der Fußgänger:innen gewährleisten“
„Ganz wichtig ist uns die Sicherheit der Fußgänger:innen zu gewährleisten“, betont Hannes Zimmermann, Leiter für behördliche Angelegenheiten im Magistrat Krems. Da die seitlichen Gehwege der Brücke aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, müssen auch Fußgänger:innen künftig einen von der Restfahrbahn durch eine Sperrlinie getrennten niveaugleichen Streifen nutzen, der mit Verkehrszeichen als Gehweg gekennzeichnet wird. Zusätzliche Bodenmarkierungen, Piktogramme und eine Beleuchtung sollen ihre Sicherheit auf der Brücke erhöhen. Fahrräder, Mopeds und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge müssen die Fahrbahn verwenden. Für sie wird wie für landwirtschaftliche Zugfahrzeuge (also Traktoren) eine spezielle Ampelregelung eingerichtet, die auf herannahende Fahrzeuge reagiert. Die Stadt Krems rechnet mit 40 bis 60 Traktoren pro Tag, die die Donau queren wollen. Um die Einhaltung der neuen Verkehrsregelungen sicherzustellen und die Situation laufend evaluieren zu können, werden auf der Donaubrücke zwei Kameras installiert.
Stadt rechnet mit Stau: Verkehr wird laufend überwacht
Im Rahmen einer von Bürgermeister Peter Molnar einberufenen Krisensitzung am 6. Mai erarbeiteten Vertreter der Brückenbauabteilung des Landes Niederösterreich, des NÖ Landesstraßendienstes, der Bezirkshauptmannschaft und des Magistrats sowie die Bürgermeister von Krems und Mautern gemeinsam die Maßnahmen. Die Stadt Krems rechnet insbesondere zu den Stoßzeiten mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Umleitungsstrecken. Besonders die Kreuzung Austraße/Bertschingerstraße an der Abfahrt von der B3 steht bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze und wird daher künftig laufend überwacht. Falls erforderlich, sollen die Ampelschaltungen angepasst werden.
Teilsperre bis mindestens Herbst 2028
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den Bau einer Ersatzbrücke. Die Ausschreibung dafür erfolgte im März 2026, das Vergabeverfahren soll im September 2026 starten. Die Bauzeit ist mit rund 14 Monaten veranschlagt. „Wäre Anfang 2024 die bereits abgeschlossene Ausschreibung der Ersatzbrücke nicht zurückgezogen worden, wäre dieses jetzt schon fertiggestellt, und der Verkehr in der gesamten Region wäre durch die notwendige Teilsperre nicht in Mitleidenschaft gezogen“, kritisiert der Kremser Bürgermeister Peter Molnar. Nach seiner Einschätzung wird die Teilsperre der Donaubrücke voraussichtlich bis März 2029 erforderlich sein, mindestens jedoch bis Herbst 2028. Erst dann kann mit Fertigstellung der Ersatzbrücke gerechnet werden. Diese ist dann für Fahrzeuge bis 18 Tonnen ausgelegt. Über sie soll der Verkehr während der mehrjährigen Generalsanierung der bestehenden Brücke rollen.