Der Kremser Gemeinderat beschloss am Mittwochabend zwei Dringlichkeitsanträge, wonach Bürgermeister Peter Molnar umgehend gegenüber der Niederösterreichischen Landesregierung die Notwendigkeit eines möglichst raschen Baus der geplanten Ersatzbrücke deutlich machen soll. Über diese Ersatzbrücke soll der Verkehr während der mehrjährigen Generalsanierung der Mauterner Donaubrücke rollen. Weiters sprach sich der Gemeinderat geschlossen dafür aus, dass neben Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis fünf Tonnen noch zusätzliche Nutzergruppen weiterhin die bestehende Brücke nutzen dürfen. Konkret soll eine Ausnahmeregelung für folgende Gruppen beantragt werden: alle einspurigen Fahrzeuge (somit auch Motorräder und Mopeds), Rettungs- und Notarztfahrzeuge, Krankentransporte, Behindertenfahrzeuge und Transporte von Menschen mit Behinderung, First Responder (Ersthelfer) im Einsatz sowie Fahrzeuge von Organisationen der Alten- und Hauskrankenpflege.
Ziel: Verkehrschaos in Krems verhindern
Die Entscheidung zur Sperre der Mauterner Donaubrücke für Lkw, Pkw und Motorräder wurde vom Land Niederösterreich als Straßenerhalter nach einer sicherheitstechnischen Untersuchung ausgesprochen. „Da die Ausschreibung der Ersatzbrücke nach zweijähriger Verspätung im März 2026 gestartet wurde, kann die Fertigstellung voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren erfolgen. Bis dahin muss in Krems und der Wachau ein Verkehrschaos verhindert werden, da rund 3.000 bis 4.000 Autos die Mauterner Donaubrücke täglich queren“, erklärt der Kremser Bürgermeister Peter Molnar. „Der wirtschaftliche Schaden für die Stadt Krems, die Kremser Bevölkerung, die Wirtschaft sowie die gesamte Region wird sich auf mehrere Millionen Euro pro Monat belaufen“, befürchtet der Stadtchef.
Krisensitzung am 6. Mai
Bürgermeister Molnar hat daher umgehend eine Krisensitzung mit Vertreter:innen der Brückenbauabteilung des Landes Niederösterreich, seinem Amtskollegen Heinrich Brustbauer aus Mautern und Bezirkshauptmann Günter Stöger (Bezirk Krems-Land) einberufen. Dieser Termin findet kommenden Mittwoch, 6. Mai, statt. „Die Verordnung für die Verkehrseinschränkungen müssen noch angepasst, erweitert und inhaltlich abgestimmt werden. Bis jetzt liegt der Stadt Krems noch nicht einmal das sicherheitstechnische Gutachten vor“, erklärt Molnar, der zugleich auch Bezirkshauptmann des Bezirks Krems-Stadt ist.
Ruf nach Notfall-Verkehrsplan mit Entlastungsmaßnahmen
Die bestehende Donaubrücke muss laut Land Niederösterreich innerhalb von vier Wochen für Lkw, Pkw und Motorräder gesperrt und der Verkehr über die St. Pöltner Brücke (B 37) umgeleitet werden. Sie soll einstreifig geführt werden und der Verkehr per Ampel geregelt werden. Die seitlichen Gehwege müssen gesperrt werden, auch die Fahrbahnbreite muss verringert werden. Für Fußgänger:innen soll ein gesicherter Bereich auf der Fahrbahn eingerichtet werden. „Da die beiden Bezirkshauptleute von Krems-Stadt und Krems-Land die Verordnungen erlassen müssen, werden wir in den Verhandlungen noch auf weitere Verbesserungsmaßnahmen für die Bevölkerung drängen und vor allem einen umfangreichen Notfall-Verkehrsplan und ausreichende Entlastungsmaßnahmen im Regional- und Stadtverkehr einfordern“, kündigt Bürgermeister Molnar an. Einen entsprechenden Dringlichkeitsbeschluss hatte der Kremser Gemeinderat am Mittwochabend mehrheitlich gefasst. So soll der Notfall-Verkehrsplan Maßnahmen zur Entlastung der St. Pöltner Brücke und des Kremser Stadtzentrums (B3, B35 und Austraße) beinhalten.