Nach der halbjährlichen Brückenprüfung der Donaubrücke Stein–Mautern durch ein Ziviltechnikbüro veranlasst das vorliegende Gutachten, dass die Fahrbahnbreite des rund 130 Jahre alten Bauwerks aus statischen Gründen reduziert werden muss. Die Brücke bleibt weiterhin benutzbar, allerdings mit Einschränkungen: Radfahrer:innen, Fußgänger:innen sowie landwirtschaftlicher Verkehr bis fünf Tonnen können die Donaubrücke auch künftig in beide Richtungen nutzen. Um die Belastung der Brücke zu reduzieren und die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten, wird der motorisierte Individualverkehr über die erst kürzlich vollständig sanierte St. Pöltner Brücke (B 37) umgeleitet. Der Umweg beträgt bis zu zehn Kilometer.
Konkret muss die Fahrbahnbreite der Donaubrücke Stein-Mautern laut Gutachten von derzeit 5,44 Metern auf rund 3,75 Meter reduziert werden. Eine Nutzung der seitlichen Gehwege ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Die Brücke wird daher künftig einstreifig geführt, für Fußgänger:innen wird ein gesicherter Bereich auf der Fahrbahn eingerichtet. Die Verkehrsregelung erfolgt künftig über eine Lichtsignalanlage mit Rot- und Gelblicht. Mehrspurige Fahrzeuge werden über Sensoren gesteuert. Radfahrer:innen können die Brücke grundsätzlich in beide Richtungen befahren, müssen jedoch bei Rotlicht anhalten.
Die baulichen Maßnahmen müssen binnen vier Wochen umgesetzt werden. Zunächst wird die Bevölkerung umfassend informiert. In den weiteren Schritten folgt die Installation der Signalanlage, die Einrichtung der Umleitung sowie die Anpassung der Fahrbahn und die Absicherung der nicht mehr nutzbaren Bereiche.
Bürgermeister Peter Molnar übt deutliche Kritik an den Verzögerungen
„Unnötige Verzögerungen führen jetzt zu massiven Verkehrseinschränkungen auf der Mauterner Brücke. Durch die Ausschreibung einer völlig unzureichenden Fährlösung wurden rund zwei Jahre verloren. Obwohl wir bereits im August 2024 gemeinsam mit meinem Bürgermeisterkollegen Heinz Brustbauer aus Mautern und Unterstützung der Bürgermeister:innen der Welterbegemeinden sowie der Bevölkerung vor einer möglichen Sperre gewarnt haben, wurde viel zu spät auf eine Ersatzbrücke gesetzt. Jetzt ist genau der Extremfall eingetreten, vor dem wir gewarnt haben. Bis zur Fertigstellung drohen massive Belastungen für Bevölkerung, Wirtschaft und Tourismus", kritisiert Bürgermeister Peter Molnar.
Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer: “notwendige Übergangslösung”
Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer spricht von einer notwendigen Übergangslösung bis zur geplanten Fertigstellung der Ersatzbrücke. „Wir halten an einer besseren und modernen Brücke fest. Das Ziel ist eine starke und leistungsfähige Hauptverbindung für die nächsten 100 Jahre. Dazu stehen wir in engem Austausch mit dem Bundesdenkmalamt und erwarten den Bericht des Denkmalbeirates“, so Landbauer. Parallel dazu wird das Großprojekt zur Generalsanierung der Donaubrücke vorangetrieben. Geplant ist eine umfassende Erneuerung des historischen Bauwerks bei gleichzeitiger Sicherstellung der Mobilität durch eine Ersatzbrücke während der Bauphase.
Die Stadt Krems steht weiterhin in engem Austausch mit dem Land Niederösterreich und setzt sich weiterhin für eine rasche, verlässliche Lösung für die wichtige Donauquerung ein. “Bis zur Fertigstellung der Ersatzbrücke ist ein Verkehrschaos in Krems zu befürchten, denn die Mauterner Donaubrücke wird jeden Tag von 3-4.000 Autos und bis zu 1.000 Radfahrer:innen benützt”, warnt Bürgermeister Peter Molnar.