„Ich denke in Klängen, nicht in Genres“, dieser Grundsatz leitet Albert Hosp. Er hat im Vorjahr die Künstlerische Leitung des Kremser Musikfestivals Imago Dei übernommen. Die Ausgabe 2026 präsentiert sich noch internationaler, noch genreübergreifender. Videokunst, Tanz und Literatur fließen in die Programme ein, jeder Abend wird durch ein Gespräch oder eine Lesung eingeleitet. Insgesamt 12 Veranstaltungen finden in den Wochen vor Ostern statt. Sie alle eint ein verbindendes Element: die Kraft der Poesie.
Sie wird in den Tangotexten des Duos Piano Canción aus Argentinien spürbar und leuchtet aus dem Karfreitags-Programm des korsischen Ensembles A Filetta. Berührende mittelalterliche Grabsprüche aus Bosnien prägen das Programm Heretical Angels. Ein Essay über die Melancholie aus dem England der Renaissance begleitet Lachrimae von John Dowland, interpretiert vom verzaubernden Klang des Blockflötenquintetts Element of Prime. Auch Ingeborg Bachmann, deren Geburtstag sich heuer zum 100. Mal jährt, wird im Laufe des Festivals mehrmals zu Wort kommen.
Bereits die Eröffnung am 13. März wird von einem großen österreichischen Literaten eingeleitet: Julian Schutting verfasst für Imago Dei einen neuen Text zu den Themen Wasser und Vergänglichkeit. Danach bringen Brot & Sterne ihr Werk "apsu" zur Uraufführung (benannt nach einem mythischen Begriff für Wasser aus dem babylonischen Schöpfungsmythos). Zum Festivalabschluss am Ostermontag ist Carin van Heerden dann mit dem 13-köpfigen L' Orfeo Bläserensemble zu erleben.
Festival Imago Dei
13. März bis 6. April 2026
Klangraum Krems Minoritenkirche
Alle Programmdetails sind online: www.imagodei.at