Weitere Eindrücke finden Sie in unserer Fotogalerie.
Die Stadt Krems zeichnet eine sehr hohe Lebensqualität aus. Dieses überaus erfreuliche Ergebnis brachte eine Bürgerumfrage, die die Stadt Krems im Vorfeld der 21. Zukunftskonferenz gemeinsam mit dem Wiener Planungsbüro Rosinak & Partner entwickelt hatte. Zwischen 13. März und 17. April hatten sich insgesamt 319 Personen an der Befragung beteiligt. Mehr als 90 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrem Leben in Krems zufrieden oder sogar sehr zufrieden zu sein. „So einen hohen Wert habe ich bislang noch nie erlebt“, betonte Andrea Weninger von Rosinak & Partner, die die Ergebnisse bei der Zukunftskonferenz vorstellte. Die Vision der Stadt, bis 2030 die lebenswerteste Kleinstadt im Donauraum zu werden, sei aus Sicht vieler Bürger:innen bereits heute Realität.
Hohe Lebensqualität und klare Zukunftsthemen
Als besondere Stärken von Krems nannten die Befragten das hohe Sicherheitsgefühl, die ausgezeichnete Bildungslandschaft, die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das breite Kulturangebot sowie Investitionen in den Hochwasserschutz und die Radinfrastruktur. Gleichzeitig zeigte die Befragung klare Handlungsfelder für die Stadt in den kommenden Jahren auf: die Schaffung von leistbarem Wohnraum, die Aktivierung von Leerständen, konsumfreie Begegnungsräume in den Stadtteilen, Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, bessere öffentliche Verkehrsverbindungen vor allem in den Stadtrand-Gebieten, Hitzeschutz-Maßnahmen sowie digitale Beteiligungsmöglichkeiten. Auch der Wunsch nach einer weiteren Veranstaltungs- und Eventhalle sowie nach zusätzlichen Kulturangeboten für Jugendliche wurde mehrfach geäußert.
Anregungen aus den Stadtteilen
Marisa Fedrizzi von der Dorf- und Stadterneuerung ließ die beiden Stadtteil-Spaziergänge in Lerchenfeld und der Mitterau Revue passieren, die ebenfalls im Vorfeld der Zukunftskonferenz angeboten wurden. Rund 75 Bürger:innen hatten dabei gemeinsam mit Bürgermeister Peter Molnar im April ihre Stadtteile erkundet, Fragen gestellt und zahlreiche Ideen eingebracht. Viele Anliegen konnten direkt vor Ort geklärt werden, gleichzeitig entstanden zahlreiche neue Anregungen für die weitere Stadtentwicklung. Die Ergebnisse der beiden Rundgänge wurden umfassend dokumentiert und bei der Zukunftskonferenz auf Schautafeln im Detail präsentiert.
Chancen und Grenzen erfolgreicher Bürgerbeteiligung
Einen Blick auf die Bedeutung langfristiger Stadtentwicklung warf Thomas Hruschka, langjähriger Leiter des Teams „Nachhaltige Entwicklung“ der Stadt Wien und bekennender Kremser. In seiner Keynote nahm er die Teilnehmer:innen mit auf eine „kleine Reise darüber, wie Neues in die Welt kommt und welchen Beitrag Bürgerbeteiligung dazu leisten kann“. Anhand historischer Beispiele zeigte er auf, wie nachhaltig Infrastrukturentscheidungen wirken können. So versorgt die vor rund 150 Jahren großzügig dimensionierte Wiener Hochquellwasserleitung die Millionenstadt bis heute mit hochwertigem Trinkwasser. Auch der Erhalt des Wienerwaldes sei letztlich das Ergebnis erfolgreichen bürgerschaftlichen Engagements gewesen. Gleichzeitig stellte er klar: „Bürgerbeteiligung ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur repräsentativen Demokratie.“ Hruschka zufolge bedeutet Bürgerbeteiligung Mitsprache, aber auch Verantwortung. Ihren größten Mehrwert entfalte sie dann, wenn die Erfahrungen und Ideen der Bevölkerung mit fachlicher Expertise zusammengeführt werden.
Stadtentwicklung mit Weitblick
Bürgermeister Peter Molnar gab einen umfassenden Überblick über abgeschlossene, laufende und geplante Projekte der Stadt. Unter dem Leitmotiv „sozial, gerecht, lebenswert“ stellte er unter anderem die Entwicklung des neuen Stadtquartiers am ehemaligen Frachtenbahnhof vor, das gemeinsam mit der ÖBB Immo geplant wird. Ziel ist ein neuer gemischt genutzter, klimafitter Stadtteil mit unterschiedlichen Wohnformen, Geschäftsflächen und Sondernutzungen in fußläufiger Entfernung zur Altstadt. Als Höhepunkt des Jahres 2026 bezeichnete Molnar die Eröffnung des neuen Sport- und Erlebnisbades Mirador, das „ein Magnet werden“ wird. Darüber hinaus verwies er auf zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte wie das digitale Parkleitsystem, die Öffnung der Parkdecks für flexibles Parken, die Neugestaltung des Dreifaltigkeitsplatzes oder den E-Gemeindebus in Egelsee.
„Nehmen Wünsche und Verbesserungsvorschläge sehr ernst“
„Krems wird immer mehr zum Vorbild für andere Städte“, freut sich der Stadtchef. „Gleichzeitig nehmen wir die geäußerten Wünsche und Verbesserungsvorschläge sehr ernst“, betonte Molnar weiters. An zwei Thementischen diskutierten die Teilnehmer:innen anschließend über die Ergebnisse der Bürgerbefragung sowie über künftige Formen der Bürgerbeteiligung. Besonders positiv bewertet wurden die Stadtteil-Spaziergänge, die nach Ansicht der Teilnehmer:innen künftig auch in weiteren Stadtteilen stattfinden sollen. Ein zentrales Anliegen war zudem die stärkere Einbindung junger Menschen in die Stadtentwicklung. Bürgermeister Peter Molnar beantworte zahlreiche Fragen der Teilnehmer:innen zur Stadtentwicklung und nahm weitere Anregungen auf.
Neues Jugendforum stellt sich vor
Zum Abschluss stellte der Bürgermeister das neugegründete JugendForumKrems vor. Der überparteiliche Verein soll jungen Menschen künftig mehr Mitsprache ermöglichen. Der Vorstand besteht aus zwölf Mitgliedern zwischen 20 und 28 Jahren. Obmann Emin Saygili zeigte sich motiviert: „Wir haben einiges vor und hoffen, bei der nächsten Zukunftskonferenz bereits erste Ergebnisse präsentieren zu können.“ Darüber hinaus kündigte Bürgermeister Molnar die Einrichtung eines Jugendrates an, der künftig eigene Tagesordnungspunkte in den Gemeinderat einbringen soll. Damit will die Stadt die Beteiligung junger Menschen stärken und ihre Anliegen noch stärker in politische Entscheidungsprozesse einfließen lassen.
Ein ausführliches Protokoll sowie der Ergebnisbericht der Bürgerbefragung werden auf der Webseite krems2030.at veröffentlicht.