Das Ölgemälde „Die Weinlese“ zeigt vier Personen bei der Arbeit im Weingarten. Im Mittelpunkt steht ein älterer Mann mit einem Korb voller Trauben. Neben ihm ist eine Frau mit einem Rebmesser zu sehen, während ein junger Mann seine Trauben in ein großes Holzgefäß entleert. Eine elegant gekleidete junge Frau vervollständigt die Szene. Das 115 mal 98 Zentimeter große Gemälde ist weder signiert noch datiert. Besonders interessant ist die Verbindung zum „Kremser Schmidt“. Die Darstellung orientiert sich an einer von ihm 1778 bemalten Zunftfahne der Binder, die sich bereits im Bestand des museumkrems befindet. Während die Figuren auf der linken Bildseite nahezu unverändert übernommen wurden, ergänzte der unbekannte Künstler die Szene um zwei weitere Personen. Nach kunsthistorischer Einschätzung stammt das Gemälde nicht von Kremser Schmidt selbst, sondern von einem Künstler aus seinem Umfeld. Die größte stilistische Ähnlichkeit besteht hier mit Arbeiten von Josef Fürst, eine eindeutige Zuschreibung ist jedoch bislang nicht möglich.
Dass das Kunstwerk nun seinen Weg nach Krems gefunden hat, ist insbesondere der Vermittlung von Elisabeth Vavra zu verdanken. Die Konsulentin des museumkrems und ausgewiesene Expertin für Kremser Schmidt und dessen künstlerisches Umfeld stellte den Kontakt her und begleitete die Schenkung fachlich. „Diese Schenkung ist eine große Bereicherung für unser Museum und ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit unserer Stadt. Das Gemälde verbindet auf besondere Weise die Kunstgeschichte mit der Weinbautradition unserer Region. Mein herzlicher Dank gilt SPAR Österreich und der Familie Reisch für diese großzügige Geste sowie Elisabeth Vavra für ihre Vermittlungsarbeit“, betont Bürgermeister Peter Molnar.
Feierliche Übergabe im museumkrems
Zur offiziellen Übergabe kamen SPAR-Vorstandsvorsitzender Hans Reisch und seine Gattin Bettina Reisch sowie Christian Bauer, Geschäftsführer des Weinguts Schloss Fels, nach Krems. Das Weingut gehört seit 1986 zu SPAR Österreich. Seitens der Stadt Krems nahmen neben Bürgermeister Peter Molnar auch Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber, Magistratsdirektor-Stellvertreter Hannes Zimmermann, der zugleich Bürgermeister der Marktgemeinde Fels am Wagram ist, sowie Sammlungsleiterin Sabine Laz und Museumskonsulentin Elisabeth Vavra teil. Nach einer gemeinsamen Besichtigung und Begutachtung des Gemäldes im museumkrems wurde der Schenkungsvertrag unterzeichnet. Mit der Aufnahme in die städtische Sammlung erhält das Kunstwerk einen neuen Platz in jener Stadt, mit deren bedeutender Malertradition es eng verbunden ist. Das Bild ist noch bis Saisonende am 15. November im museumkrems ausgestellt und kann dann wieder nach der Winterpause ab 12. März 2027 besichtigt werden.