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28 Jahre lang, von 1984 bis 2012, gehörte Heinz Stummer dem Kremser Gemeinderat an. Ab 1990 war er als geschäftsführender Gemeinderat für die Stadtbetriebe verantwortlich, von 1996 bis 2012 prägte er als Baustadtrat die infrastrukturelle Entwicklung der Stadt maßgeblich mit. Zu den bedeutenden Projekten seiner Amtszeit zählen die Errichtung des Gewerbeparks Ost, der Ausbau der Kläranlage des Gemeindeabwasserverbands, die Errichtung der Unterführung Landersdorf sowie der Anschluss von Krems an das Fernwärmenetz. Für diese herausragende Leistung verlieh im Bürgermeister Peter Molnar nun die Wappenplakette der Stadt Krems in Gold.
„Das Wohl der Stadt in den Mittelpunkt gestellt“
Bürgermeister Peter Molnar verbindet mit dem Geehrten auch persönliche Erinnerungen: Er wuchs im selben Haus wie die Familie Stummer in der Mitterau auf. Schon damals habe er Heinz Stummer als außergewöhnlich tatkräftigen, hilfsbereiten und verlässlichen Menschen kennengelernt. Besonders hob Molnar dessen Einsatz beim Anschluss der Stadt an das Fernwärmenetz hervor, der mit umfangreichen Bauarbeiten verbunden war. „Heinz Stummer hat über Parteigrenzen hinausgedacht und das Wohl unserer Stadt in den Mittelpunkt seines Wirkens gestellt. Dafür gebühren ihm unser aufrichtiger Dank und höchste Anerkennung“, betonte der Bürgermeister.
Pionierarbeit für den Hochwasserschutz
Ein besonderer Schwerpunkt von Heinz Stummers Wirken liegt im Hochwasserschutz entlang von Donau und Kremsfluss. Seit 1992 steht er dem Krems-Donau-Kamp Hochwasserschutzdamm Wasserverband als Obmann vor und hat in dieser Funktion zahlreiche richtungsweisende Projekte begleitet und vorangetrieben. Nach dem Donauhochwasser 1992 wurde zwischen 1994 und 1996 in Stein der erste mobile Hochwasserschutz Österreichs errichtet. Ab 2004 folgten umfangreiche Schutzmaßnahmen entlang des Kremsflusses. Zwischen 2005 und 2026 verantwortete Stummer im Rahmen seiner Verbandstätigkeit Investitionen von rund 79 Millionen Euro. Mit der mittlerweile abgeschlossenen Errichtung des Hochwasserschutzes entlang der Krems zwischen der Gemeindegrenze in Senftenberg und der Verbandsgrenze im Osten bei der S5 wurde ein weiteres bedeutendes Infrastrukturprojekt erfolgreich umgesetzt. Seine Expertise ist auch über die Stadtgrenzen hinaus gefragt. Insbesondere nach dem Starkregenereignis 2024 wurde Stummer verstärkt von anderen Wasserverbänden als fachkundiger Ansprechpartner hinzugezogen
Langjähriger Wegbegleiter würdigt Verdienste
Die Begrüßungsrede hielt Helmut Hardegger, der von 2003 bis zu seiner Pensionierung den Stadtbetrieb Straßen- und Wasserbau und ab 2008 zusätzlich die Sparte Infrastruktur im Magistrat Krems leitete. Hardegger würdigte insbesondere Stummers Weitblick, seine Entschlossenheit und seine Bereitschaft, Verantwortung für langfristige Entwicklungen zu übernehmen. Gerade im Hochwasserschutz habe er Entscheidungen mitgetragen und Projekte vorangetrieben, deren Bedeutung weit über seine aktive politische Laufbahn hinausreiche. „34 Jahre als Obmann einem Verband vorzustehen, das muss dir erst einmal jemand nachmachen“, unterstrich Hardegger und verwies auf Stummers außergewöhnliche Beständigkeit und seinen persönlichen Einsatz für die Sicherheit der Bevölkerung. Zu den Gästen der Feierstunde zählten auch langjährige Wegbegleiter wie der ehemalige Vizebürgermeister und Stummers Nachfolger als Baustadtrat, Gottfried Haselmayer, und der frühere Leiter des Anlagenrechts am Magistrat Krems, Gottfried Zeininger. Ebenfalls anwesend waren drei Vertreter der Ziviltechniker-Büros, die Stummer bei bedeutenden Hochwasserschutzprojekten fachlich begleitet hatten: Werner Retter (Retter & Partner) sowie Friedrich Spindelberger und Karl Türk (beide Hydro Ingenieure).
Ein Leben im Zeichen der Verantwortung
Heinz Stummer wurde im September 1943 in Deutsch-Wagram geboren und begann 1958 seine Elektrotechnikerlehre bei der damaligen NEWAG, der heutigen EVN. Nach seiner Meisterprüfung und weiteren beruflichen Qualifikationen übernahm er verantwortungsvolle Aufgaben im Kraftwerk Theiß. Als administrativer Koordinator für den Kraftwerkszubau war er unter anderem für die Wärmeauskopplung und damit für die Fernwärmeversorgung von Krems zuständig. Sein politisches Engagement begann bereits 1961 mit dem Beitritt zum ÖAAB und zur ÖVP. 27 Jahre lang war er Obmann des ÖAAB im Kraftwerk Theiß. Bei der Feierstunde zeigte sich der Geehrte sichtlich erfreut über die hohe Auszeichnung und bedankte sich besonders bei seiner Ehefrau Brigitte für den jahrzehntelangen Rückhalt. Nach der Fertigstellung des Hochwasserschutzes entlang der Krems bereitet Stummer nun die Übergabe der Obmannschaft des Wasserverbandes vor. Mit einem Augenzwinkern meinte der 83-Jährige, dass er danach dem Ruhestand „schon sehr nahe“ sei.