Vea Kaisers neuester Roman entführt das Publikum in das Wien der späten 1980er-Jahre. Im Mittelpunkt von „Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ steht die junge Mutter Angelika Moser, die zwischen pulsierendem Nachtleben und ihrer Arbeit als Buchhalterin in einem traditionsreichen Wiener Grand Hotel ihren Weg sucht. Aus Existenzangst beginnt sie, Rechnungen zu manipulieren und das Geld für sich selbst abzuzweigen. Später wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt, als die jahrelangen Betrügereien außer Kontrolle geraten….
Enge persönliche Beziehung zu Krems
Vor der Lesung zeigte sich Vea Kaiser „ein bisschen aufgeregt“, schließlich verbindet die Autorin eine enge persönliche Beziehung mit Krems. Ihre Mutter stammt aus Krems, weitere Verwandte leben in Egelsee und Paudorf, und auch selbst ist sie nach eigenen Worten häufig in der Stadt zu Besuch. Besonders gerne erinnerte sich Kaiser daran, dass ihre literarische Laufbahn in Krems ihren Anfang nahm: Im Alter von 14 Jahren gewann sie bei einem lokalen Malwettbewerb in der Sparte Literatur, nachdem sie zusätzlich zu ihrem Bild auch einen Text eingereicht hatte. Dieser Erfolg sei eine wichtige Motivation gewesen, ihren Weg als Schriftstellerin weiterzugehen. Der große Durchbruch gelang ihr schließlich 2012 mit ihrem Roman-Debüt „Blasmusikpop“.
„Unbescholten zu bleiben ist immer auch eine Frage des Glücks“
Auch über die Entstehung ihres neuen Buches sprach die Autorin offen mit dem Publikum. Inspiriert wurde sie zu dieser Geschichte durch eine Zeitungsmeldung über die Chefbuchhalterin eines bekannten Wiener Luxushotels, die über einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt 4,1 Millionen Euro veruntreut haben soll. „Ich wollte zeigen, wie schnell es gehen kann, dass jemand kriminell wird“, erklärte Kaiser. Besonders interessiere sie dabei die Frage nach den Beweggründen: „Die meisten Frauen, die Verbrechen begehen, begehen diese für ihre Kinder.“ Zudem wolle sie ihre Leser:innen mit dem Roman zum Nachdenken über den Umgang mit Geld anregen. „Unbescholten zu bleiben ist auch immer eine Frage des Glücks oder des Schicksals“, ist die Autorin überzeugt.